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Bericht des Ersten Vorsitzenden Dr. Johannes Werner bei der Mitgliederversammlung am 26. Oktober 2012 in Hornberg

Liebe Freunde,
 
 mit diesem Bericht will ich Ihnen, wie immer, Rechenschaft ablegen; nämlich darüber, dass wir unsere Pflicht getan haben, die wiederum darin besteht, „das Andenken Wilhelm Hausensteins zu wahren und zu mehren“. Wir tun es, wie es unsere Satzung weiterhin vorschreibt, vor allem durch das Symposium, das wir in zweijährigem Abstand abhalten, und dadurch, dass wir die dort gehaltenen Vorträge im Druck festhalten und zugänglich machen.
 Soeben, d.h. vor einer Woche, ist nun – herausgegeben von Dr. Dieter Jakob – der Band erschienen, der dem letzten Symposium gilt. Nun können Sie nachlesen, was Sie damals über ‚Exil & Emigration’ gehört (und vielleicht wieder ein wenig vergessen) haben; ja, mit den Beiträgen insbesondere von Kerstin Bitar aus Zürich, von Hubert Roland aus Löwen und nicht zuletzt von den Münchner Kollegen ist der Band, so schmal er ist, zu einem wahren Kompendium geworden. Aber Sie lesen noch mehr; denn Wolf Preißner hat seinen bewegenden Bericht über das Schicksal, das ihn als Kind in Frankreich ereilte, und über die Hilfe, die er durch Wilhelm Hausenstein erhielt, erweitert und mit Dokumenten ergänzt, und Martin Kuner hat für uns aufgeschrieben, wie er mit dem Fahrrad von Hornberg nach Paris fuhr und von Wilhelm Hausenstein empfangen wurde. Diese beiden Beiträge gehen zwar über das eigentliche Tagungsthema hinaus, bereichern aber auf ihre Weise unser Wissen über den, dessen Namen unsere Gesellschaft trägt, und bewahren es für die Nachwelt auf. Greifen Sie zu.
 Und nun steht schon das nächste, das nunmehr achte Symposium vor der Tür. In ihm geht es, wie Sie wissen, um ‚Architektur. Die Welt, die wir uns bauen’, und es selber geht, wie gewohnt, von Wilhelm Hausenstein aus, aber nur, um seine Ansätze in verschiedene Richtungen zu entfalten ... und auf verschiedene Arten, nämlich nicht nur in Vorträgen, wie es anfänglich üblich war, sondern auch durch eine Ausstellung, durch Lesungen, durch Begegnungen vor Ort und nicht zuletzt durch Musik. Vielleicht ahnen Sie, wie viel Vorarbeit und Arbeit in einem solchen Programm steckt; und vielleicht verstehen Sie dann, wie viel uns daran liegt, dass es von Ihnen angenommen wird. Ihr Zuspruch, Ihre Zustimmung ist unser Lohn; einen anderen erwarten und erhalten wir nicht.
 Lassen Sie mich zu unserem eigenen Lob nur noch sagen, dass diese ganze Vorarbeit und Arbeit ehrenamtlich und ohne jede Aufwandsentschädigung geleistet wird; die Beiträge, die Sie leisten, werden also ungeschmälert umgesetzt.
 Nun habe ich Ihnen schon das genannt, was uns im vergangenen Jahr am meisten beschäftigt hat: die publizistische Nachbereitung des siebten und die organisatorische Vorbereitung des achten Symposiums. Aber auch sonst sind wir nicht untätig gewesen. Wir haben den Wilhelm-Hausenstein-Preis für besondere Leistungen im Fach Bildende Kunst verliehen am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in München an Marco Chirila; am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in Durmersheim an Maria Pokrandt und Nadja Weisenburger; am Schwarzwald-Gymnasium in Triberg an Luisa Spath; und, neuerdings, am Robert-Gerwig-Gymnasium in Hausach an Saskia Dieterle und Tamara Jehle. Mit diesem Preis wird, Jahr für Jahr, der Name unseres Namensgebers in eine größere Öffentlichkeit getragen; aber auch in eine neue Generation. Den von uns ausgezeichneten Abiturientinnen und Abiturienten wünschen wir alles Gute.
 Nach wie vor sind wir auch – und auch im Internet – die Anlaufstelle für alles, was mit Wilhelm Hausenstein zusammenhängt; so erreichte uns, erst vor zwei Wochen, eine diesbezügliche Anfrage aus dem Paul-Klee-Zentrum in Bern.
 Unser Plan, das literarische Werk von Wilhelm Hausenstein wenigstens teilweise wieder sichtbar zu machen, nimmt – dank der Mitarbeit von Karl Volk und Adolf Heß – allmählich deutliche Züge an. Vielleicht, dass Sie das Ergebnis in Gestalt eines schmalen, aber inhaltsreichen Bändchens schon im nächsten Jahr in Händen halten können.
 Hier endet mein Bericht, der ein Rückblick, aber auch schon ein Ausblick war. Nun bleibt mir nur noch, zu danken: den Mitstreitern im Vorstand, vor allem Dr. Dieter Jakob, unserem Zweiten Vorsitzenden, und Thomas Schwertel, unserem Schatzmeister und inoffiziellen Statthalter in Hornberg; allen anderen, die zum Gelingen des Symposiums beigetragen haben, und die ich nachher noch eigens nennen werde; und Ihnen allen, die Sie durch Ihre Mitgliedschaft diese unsere Wilhelm-Hausenstein-Gesellschaft tragen und möglich machen. Im letzten Jahr wurde sie, und wurden wir in ihr, zehn Jahre alt; in diesem Jahr jährte sich der Geburtstag von Wilhelm Hausenstein zum 130., sein Todestag zum 55. Mal. Die Zeit vergeht, und wir müssen dafür sorgen, dass das, was vergangen ist, nicht auch vergessen wird.