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Bericht des Ersten Vorsitzenden Dr. Johannes Werner bei der Mitgliederversammlung am 16. Oktober 2009 in Hornberg

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder,

in unserem Brief an Sie haben Sie ja schon lesen können, was uns beschäftigt hat, seit wir zum letzten Mal zusammengetreten sind, und was uns beschäftigen wird, bis wir zum nächsten Mal zusammentreten werden. Erlauben Sie mir, das Wichtigste aus diesem Brief zu wiederholen und zugleich in einigen wesentlichen Punkten zu ergänzen. Im Hinblick darauf, dass die hiesige Wilhelm-Hausenstein-Schule heute noch ihr Schulfest feiert, das manche oder die meisten von uns mitfeiern wollen, fasse ich mich kurz.

   Blicken wir zunächst zurück auf das letzte Jahr, in dem in Hornberg ja wieder ein Wilhelm-Hausenstein-Symposium, das nun schon sechste, stattfand – und zwar zum Thema ‚Literatur’; ausgehend von Hausenstein selber, der ja zuerst und zuletzt ein Literat war, der viel schrieb und viel las und von vielen gelesen wurde. Also handelte das Symposium vom Schreiben und vom Lesen, d.h. von Kulturtechniken, die in unserer von Bildern bestimmten, von einer Bilderflut überschwemmten Welt immer mehr das Nachsehen haben. Und es handelte von der Literatur, die von verschiedenen Seiten, auf verschiedene Arten betrachtet und beleuchtet wurde. Zugleich wurde im Erdgeschoss des Rathauses erstmals das gesamte gedruckte Werk von Wilhelm Hausenstein ausgestellt. Es war in der Tat „ein außergewöhnliches Wochenende mit hochkarätigen Referenten im kleinen Hornberg“, wie es in der Presse hieß, die das Ereignis auch sonst ausführlich und in den höchsten Tönen lobte. Die Referate werden, wie immer, auch veröffentlicht ... vielmehr: das schmale Bändchen, das sie enthält, ist soeben schon erschienen, wie immer betreut von unserem Zweiten Vorsitzenden, Dr. Dieter Jakob, dem ich an dieser Stelle für seine Mühe herzlich danke. Wir lassen uns die Herausgabe dieser Bändchen, zu der uns unsere Satzung ja verpflichtet, eine nicht geringe Summe kosten; aber sie halten die Referate, die sonst nur zu rasch verklingen und verhallen, für alle Zeiten fest, und auch deshalb kommen die „hochkarätigen Referenten“ so gerne zu uns nach Hornberg. Und sie, diese Bändchen, tragen den Namen von Wilhelm Hausenstein und den der Wilhelm-Hausenstein-Gesellschaft weit in die Welt hinaus; sie finden sich inzwischen in den Bibliotheken etwa von Oxford, Cambridge, Harvard, Princeton und in der ‚Library of Congress’ in Washington – d.h. dass sie von diesen Bibliotheken erworben wurden, aus gutem Grund. Auch in Bibliographien und Lektürelisten tauchen unsere Veröffentlichungen immer öfter auf.

   Demnächst wollen wir Ihnen (im französischen Original und in einer deutschen Übersetzung) auch die schöne Rede zugänglich machen, die Prof. Dr. Alfred Grosser bei unserer ‚Hommage à Wilhelm Hausenstein’ am 06.06.2007 in der Cité Universitaire in Paris gehalten hat.

   Als am 15.04.2009 der ‚Literaturkreis Hornberg’ gegründet wurde, war auch die Wilhelm-Hausenstein-Gesellschaft mit von der Partie. Sie konnte und wollte nicht abseits stehen, und um so weniger, als sie zur selben Zeit eine ihrer Vorstandssitzungen in Hornberg abhielt. Wir ziehen, sozusagen, am selben Strick.

   Den Wilhelm-Hausenstein-Preis für besondere Leistungen im Fach Bildende Kunst erhielten in diesem Jahr die Abiturientinnen Melanie Ringwald und Regina Wittig am Schwarzwald-Gymnasium Triberg, Tabea Kempf am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium Durmersheim und Ariane Wicht am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium München. Auch durch ihn kommen wir immer wieder ins Gespräch; wie sehr wir es schon sind, zeigt sich darin, dass wir von allen Seiten um Auskunft angegangen werden. (Eine der letzten Anfragen erreichte uns aus Oslo.) Unsere Homepage wird täglich, ja täglich mehrmals, und wurde bis heute fast 3.000 mal angewählt. Hier geht mein Dank an unser Mitglied Michael Pohlig, der sie betreut, und an den Sponsor, die Firma Kölmel in Rastatt. Auf eben dieser Homepage können Sie übrigens auch alle meine Rechenschaftsberichte seit 2002 nachlesen, und diesen hier demnächst auch.

   Blicken wir voraus. Im nächsten Jahr, und zwar vom 22. bis zum 24. Oktober 2010, findet das nächste und nunmehr siebte Wilhelm-Hausenstein-Symposium statt. ‚Emigration’ heißt sein Thema, das auch wieder direkt mit Hausenstein verknüpft ist, der ja nach 1933 zahlreiche Freunde, Verwandte und Bekannte in die äußere Emigration gehen sah und selber in die sogenannte ‚innere’ ging, über deren Problematik er 1945 mit Thomas Mann öffentlich in Streit geriet. „Vergessen Sie nicht, es gibt ein anderes Deutschland!“ hatte Hausenstein einem Bekannten nachgerufen, der nach Brasilien entwich. Aber natürlich werden wir auch dieses Thema wieder in viele verschiedene Richtungen entfalten und aus ihm ein Programm gestalten, das möglichst allen gefällt; wir sind bereits eifrig dabei.

   In Durmersheim wollen wir die erfolgreiche Reihe der Wilhelm-Hausenstein-Abende fortsetzen; einige Vorträge sind ebenfalls geplant; aber auch sonst bleibt noch manches zu tun. Eines unserer dringlichsten Vorhaben bestand und besteht darin, einmal eine kleine Auswahl aus dem literarischen Werk von Wilhelm Hausenstein aufzulegen; wir haben es nicht aus den Augen verloren.

   Zum Schluss bleibt mir nach wie vor nur noch eins: Ihnen zu danken für Ihre Treue, für die Unterstützung, auch die finanzielle, die Sie uns über Ihren Beitrag gewähren, und für Ihr Interesse, auf das wir hoffentlich weiterhin rechnen dürfen.