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Bericht des Ersten Vorsitzenden Dr. Johannes Werner bei der Mitgliederversammlung am 19. Oktober 2007 in Hornberg

Liebe Mitglieder,

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde,

wieder einmal begrüße ich Sie ganz herzlich zu unserer Mitgliederversammlung hier in Hornberg und danke Ihnen ebenso herzlich dafür, dass Sie hierher gekommen sind. Bei meinem letzten, dem letztjährigen Bericht musste ich mich, wie Sie wohl noch wissen, kurz fassen, da unmittelbar danach das 5. Wilhelm-Hausenstein-Symposium begann, das dem Thema ‚Orient und Okzident’ gewidmet war und, wie die Presse mehrfach schrieb, ein ‚hochkarätiges Ereignis’ gewesen ist, das aber auch wieder neue Maßstäbe gesetzt hat. Vor allem an die Eröffnung mit Claudia Ott (Erlangen) und ihre Lesung aus ‚Tausendundeiner Nacht’, an ihre und die anderen einführenden Worte, an die Musik und den Tanz erinnern wir uns noch gern; aber auch an die Beiträge von Kerstin Bitar M.A. (Basel), Magdi Gohary (München), Nabil Preuß (München), Prof. Dr. Wolfgang Klose (Karlsruhe) und Prof. Dr. Udo Steinbach (Hamburg).
In diesem Jahr fällt mein Bericht, wie bereits angedeutet, etwas länger aus; denn im Monat Juni waren 125 Jahre vergangen, seit Wilhelm Hausenstein in Hornberg im Schwarzwald geboren wurde, und 50 Jahre, seit er in München starb. Aus diesem doppelten Anlass fanden und finden – immer auf Anregung oder zumindest unter Mitwirkung unserer Gesellschaft – zahlreiche Gedenkveranstaltungen statt, auf die wir hier und heute teils zurück-, teils vorausblicken wollen, nämlich:

03.06. München Kranzniederlegung durch den Vorstand am Grab von Wilhelm Hausen-stein in München-Bogenhausen
 
06.06. Paris Cité Universitaire, Maison Heinrich Heine: ‘Hommage à Wilhelm Hausenstein’:

Kolloquium mit Dr. Christiane Deussen (Paris), Dr. Johannes Werner (Karlsruhe), Dr. Laurence Blanc (Besançon), Dr. Peter Reuss (Berlin, Prof. Dr. Ulrich Lappenküper (Hamburg/Bonn), Kerstin Bitar M.A. (Zürich/Basel); Moderation: Prof. Gilbert Merlio (Paris)

Vortrag von Klaus Neubert, Botschafter der Bundesrepublik Deutsch-land in Frankreich, und von Prof. Alfred Grosser (‚Wilhelm Hausenstein et les débuts du nouveau dialogue franco-allemande’); musikalische Beiträge von Olivia Abreu (Flöte) und Jorge Garcia Herranz (Klavier); anschließend Empfang
 
13.06. Murnau Vortrag von Dr. Johannes Werner
 
14.06. Tutzing dito
 
17.06. Hornberg Empfang durch Bürgermeister Siegfried Scheffold; anschließend Sonderführungen im Wilhelm-Hausenstein-Gedenkraum im Stadtmuseum (Dr. Johannes Werner)
 
19.06. Hornberg Vortrag von Dr. Johannes Werner; zuvor Kranzniederlegung durch den Vorstand am Geburtshaus von Wilhelm Hausenstein
 
16.11. Durmersheim Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium; Wilhelm-Hausenstein-Abend; Vortrag von Kerstin Bitar M.A.; musikalische Beiträge von Veronika Fuchs (Flöte), Dorothee Neu (Harfe), Laurin Oppermann (Harfe)
 
23.11. Baden-Baden Deutsch-Französische Gesellschaft; Vortrag von Dr. Johannes Werner
 
10.12. München Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium; Lesung von Dr. Johannes Werner.

 

Bei der Veranstaltung in Paris erinnerte der Botschafter Klaus Neubert übrigens daran, dass in seiner Residenz, dem Palais Beauharnais, im Jahre 2001 eine (von unserem Mitglied Prof. Klaus Ringwald gefertigte) Büste von Carlo Schmid aufgestellt wurde, und er meinte, dass man dort nun auch eine Büste von Wilhelm Hausenstein aufstellen solle, um „so die Verdienste dieses wahren Diplomaten gebührend zu würdigen“. Und Alfred Grosser schloß seinen schönen Vortrag mit dem Satz: Wilhelm Hausenstein habe „es ermöglicht, dass ein deutsch-französischer Dialog entstand, der sowohl auf Gleichberechtigung beruhte als auch nach den verschiedensten Richtungen offen war“.
 Die von uns informierte Presse nahm vielfach Notiz; die Zeitschrift ‚Momente’ (2/07) widmete Wilhelm Hausenstein einen Beitrag, und die ‚Badische Heimat’ (2/07) machte ihn zum Thema eines ganzen Hefts. Auch in Wikipedia ist er neuerdings zu finden. (Und da nun schon vom Internet die Rede ist: unsere Homepage wurde bis heute insgesamt 1.800 mal angewählt, und zwar aus ganz Europa und den USA, aber auch aus China, Japan, Thailand und Vietnam.)
 Den Wilhelm-Hausenstein-Preis für besondere Leistungen im Fach Bildende Kunst erhielten in diesem Jahr die Abiturientinnen Jennifer Koch am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium Durmersheim und Marta Kruzynski am Schwarzwald-Gymnasium Triberg. Und unsere Mitglieder, also auch Sie, erhielten in eben diesem Jahr und aus dem diesjährigen Anlaß eine von uns produzierte CD mit dem von Wilhelm Hausenstein geschriebenen und gesprochenen Text ‚Ein Baum ist gefallen’, der eine ganz besondere Bedeutung hat.
 Doch soll hier und heute nicht nur von diesem und vom letzten, sondern auch schon vom nächsten Jahr die Rede sein, nämlich von unserem nächsten und 6. Symposium, das vom 24. bis zum 26. Oktober 2008 wie immer in Hornberg stattfinden und die Literatur ins Zentrum stellen wird – ganz im Sinn von Wilhelm Hausenstein, der ja auch die Werke von Seume und Büchner herausgegeben, die von Baudelaire und anderen französischen Dichtern übersetzt hat und mit Rilke befreundet war. Er war (wie es auf der wiederum von Prof. Klaus Ringwald gefertigten Schrifttafel heißt, die in diesem Jahr neben seiner Büste im Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in Durmersheim angebracht wurde) „Schriftsteller, Botschafter, Wegbereiter“. Wir folgen den Wegen, die er ging, und gehen auf ihnen weiter.