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Bericht des Ersten Vorsitzenden Dr. Johannes Werner bei der Mitgliederversammlung am 10. Oktober 2003 im "Krokodil" in Hornberg

Liebe Mitglieder,

zuerst möchte ich Sie sehr herzlich begrüßen und mich bei Ihnen ebenso herzlich dafür bedanken, dass Sie heute abend hier erschienen sind. Sehr zahlreich sind wir freilich heute nicht, was aber zu erwarten war; denn wenn diese Versammlung, anders als die letzte und anders als die nächste, nicht mit dem Symposium zusammenfällt, können wir kaum mit dem Kommen der vielen auswärtigen oder gar ausländischen Mitglieder rechnen. (Diesem Problem versucht ein Antrag abzuhelfen, den wir unter Punkt 6 der Tagesordnung behandeln werden.)

   Ja, und dieser kleinen Versammlung steht heute auch ein kleiner, ein reduzierter und dezimierter Vorstand gegenüber. Ich wollte hier nun eigentlich unseren Zweiten Vorsitzenden Dr. Dieter Jakob begrüßen, der aus München zu uns gekommen wäre, wenn er nicht unversehens krank geworden wäre, weshalb wir ihn entschuldigen müssen; aber ich begrüße unsere Schriftführerin Carmen Hafner, die aus Hausach gekommen ist; unseren Schatzmeister Thomas Schwertel kann ich nicht begrüßen, sondern soll auch ihn entschuldigen, da er sich derzeit bei Renée-Marie Parry Hausenstein und ihrem Mann Kenneth in Florida aufhält. (Der Kassenbericht wurde dennoch noch vorher abgeschlossen; aber auch davon später mehr.) Von unserem erweiterten Vorstand begrüße ich Werner Hafner aus Hausach und entschuldige die beiden Münchner, nämlich Friedrich Hitzer, der mit seinem neuen Buch auf Lesereise gegangen ist, und Dr. Alexander Schwarz, der beruflich in London zu tun hat. Aber die Abwesenden können sicher sein, dass wir Anwesenden sie gut vertreten und in ihrem Sinne handeln.

   Blicken wir also auf das zurück, was sich seit unserer letzten – und zugleich ersten – Mitgliederversammlung am 18. Oktober 2002 getan hat. Da war vor allem, unmittelbar im Anschluß, das 3. Wilhelm-Hausenstein-Symposium, das, wie ich in meinem Rundbrief vom 1. Juli 2003 schon schrieb, „ein großer, wenn nicht sogar unser bisher größter Erfolg gewesen ist“; und nicht nur wegen des Themas, das noch aktueller war als wir damals wissen konnten. Das Symposium bot Belehrung und Begegnung auf hohem Niveau; die Vorträge waren, jeder auf seine Art, anregend und die nachfolgenden Stellungnahmen ebenfalls; das Organisatorische lief, wie es sich gehört, im Hintergrund lautlos und reibungslos ab. (An dieser Stelle möchte ich allen Mitwirkenden nochmals herzlich danken.) Zwar war die Resonanz noch nicht ganz so, wie wir sie erhofften und auch verdient gehabt hätten, aber wir denken darüber nach, ob und wie wir uns in Zukunft nicht noch besser vermarkten und verkaufen können. Die Vorträge werden, herausgegeben von Dr. Dieter Jakob, demnächst wieder im Münchner Iudicium-Verlag erscheinen.

   In seiner Sitzung am 20. Oktober 2002, die derart dem Symposium unmittelbar folgte, und in einer weiteren am 26. April 2003 hat der Vorstand auf alle diese Dinge zurück-, aber zugleich auch schon vorausgeschaut auf das, was als nächstes ansteht: nämlich das 4. Symposium, das vom 15. bis zum 17. Oktober 2004 wiederum in Hornberg stattfinden und, unter vielen verschiedenen Aspekten, von den ‚Vorbildern’ handeln wird. Lassen Sie mich dazu ein paar Worte sagen – nein, ein paar Fragen stellen: Was ist ein Vorbild, ein Ideal, ein Idol? Welche Vorbilder haben wir, welche hatten unsere Vorfahren, welche werden unsere Nachfahren haben? Brauchen wir noch welche? Welche hatte Wilhelm Hausenstein, und inwiefern war er selber eins? Dazu wird vieles zu sagen sein, und zwar, wie wir jetzt schon versprechen können, von Leuten, die etwas dazu zu sagen haben. Und es wird auch wieder, wie beim letzten Mal, ein künstlerisches Begleitprogramm geben; Professor Klaus Ringwald aus Schonach, unser Mitglied und mein Freund, wird uns in einer kleinen Ausstellung (der eine große in Karlsruhe vorangeht) eine Auswahl aus seinen Porträtplastiken zeigen, und dabei vor allem die von Carlo Schmid; und er wird uns auch etwas erzählen über eben diesen Carlo Schmid, der ihm ein Vorbild war – und der Wilhelm Hausenstein in vielem glich: ohne voneinander zu wissen, haben z.B. beide, als sie im Dritten Reich schweigen mussten, Baudelaire übersetzt.

   Soviel zum Symposium; aber auch sonst versuchen wir, Wilhelm Hausenstein ins Gespräch zu bringen. Diesem Zweck dient etwa der Wilhelm-Hausenstein-Preis, der, nach unserem Beschluß im letzten Jahr, in diesem Jahr erstmals verliehen wurde; zwar, mangels eines geeigneten Kandidaten bzw. einer Kandidatin, nicht am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in Durmersheim, aber am Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium in München und am Schwarzwald-Gymnasium in Triberg; um diese gewissermaßen lokale Schule hat der Vorstand die Reihe der bisherigen Bewerber erweitert. Demselben Zweck dienen auch die Veranstaltungen, die unser Mitglied Rosemarie Binger im Namen der Volkshochschule des Landkreises Rastatt, aber „in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium Durmersheim und der Wilhelm-Hausenstein-Gesellschaft e.V.“ durchführt –  im letzten Jahr ein Vortragsabend über Hausenstein und Rilke und ein anderer über Hermann Hesse, im nächsten ein außergewöhnliches Klavierkonzert. Demselben Zweck dient schließlich auch der Wilhelm-Hausenstein-Gedenkraum, der wir in völliger Eintracht mit dem Stadtmuseum (ich nenne unser Mitglied Wolfgang Neuß) verwalten und der, wie Sie der Presse entnehmen konnten, in diesem Jahr von einigen herausragenden Besuchern und Benutzern frequentiert wurde. Auch unser Auftritt im Internet ist auf Interesse gestoßen; mein letztjähriger Bericht ist dort zu lesen, und mein diesjähriger, den ich hiermit beende, wird dank unserem Mitglied und meinem Freund Michael Pohlig demnächst dort zu lesen sein. Ich darf mich bei Ihnen dafür bedanken, dass Sie mir so aufmerksam zugehört haben.

Im weiteren Verlauf der Versammlung wurden der Bericht des Schatzmeisters und der der Kassenprüfer vorgetragen; daraufhin erfolgte einstimmig die Entlastung der Vorstandschaft. Unter Punkt 6 der Tagesordnung wurde abschließend ein Antrag behandelt, der darauf hinausläuft, dass die Neuwahl des Vorstands künftig in den Jahren stattfinden soll, in denen auch das Symposium stattfindet und in denen folglich mit einem besseren Besuch der Mitgliederversammlung zu rechnen ist (s.o.). Über diesen Antrag wird – nach Vorankündigung in der Einladung, da es sich um eine Satzungsänderung handelt – in der Mitgliederversammlung 2004 abgestimmt werden.